Schornsteinfegermeisterbetrieb
Marco Knöppel

 

Ethanol-Kamin.

PRESSEMELDUNG TEST, 18.12.2009

Ethanol-Kamin: Brandgefährliche Deko

Kamine ohne Schornstein werden immer beliebter. Einfach aufbauen und loslegen - das versprechen die

Hersteller. Doch der Markt ist unübersichtlich. Deswegen gilt vor Kauf und Betrieb eines Ethanol-Kamins:

Sicherheit steht an erster Stelle. test.de informiert zu mit Alkohol befeuerten Kaminen.

Falsche Wärmeversprechen

Einen gemütlichen, wohlig warmen Kamin versprechen manche Anbieter sogenannter Bio-Ethanol-Kamine. Bei

solchen Werbeversprechen zählen Details: Laut Experten muss der Anbieter darauf hinweisen, dass ein Kamin

ohne Schornstein nicht zum Heizen dient. Andernfalls würden nämlich Regelungen greifen, die wesentlich mehr

Vorgaben zur Sicherheit der Geräte machen.

Eine Stichprobe von test.de zeigt: Manche Anbieter erwecken in ihrer Werbung den Eindruck, der Kamin

erzeuge genug Wärme für gemütliche Kaminabende. Das ist grundsätzlich auch nicht falsch, denn wo Feuer ist,

ist auch Wärme. Allerdings entsteht beim Verbrennen des Ethanols Kohlenstoffdioxid und Wasser. Deswegen

muss immer ausreichend gelüftet werden, was jeden Heizeffekt zunichte macht. Bei zumindest einem Anbieter

fand sich sogar der Hinweis, dass ein Ethanol-Kamin in der Übergangszeit oftmals die Heizung ersparen könne.

Tipp: Es gibt auch Anbieter, die ihre Werbung um diese wichtigen Angaben ergänzen. Sie weisen darauf hin,

dass der Kamin nicht zum Heizen gedacht ist, und für ausreichend Luftzufuhr gesorgt werden muss.

Auf Sicherheitsprüfung achten

Wichtiger ist jedoch, dass die Geräte ausreichend geprüft worden sind. Ein GS-Zeichen erhalten Ethanol-

Kamine bisher nicht, da es noch keine einheitlichen Prüfregeln dafür gibt. Ein Entwurf für eine entsprechende

DIN-Norm gibt es schon. Möglich ist es derzeit für Hersteller, ihre Kamine beispielsweise beim TÜV prüfen zu

lassen. Dieser testet die Kamine auf ihre Sicherheit: Bleiben die Flammen im Kamin? Wie heiß werden die

Außenwände? Wie lange braucht der Kamin, um abzukühlen? Wie gut ist die Dokumentation, die den Geräten

beiliegt? Besteht ein Gerät die Prüfung des TÜV, kann der Hersteller Kunden den Prüfbericht vorlegen.

Tipp: Wenn Sie vom Kauf nicht absehen wollen, fragen Sie nach einem Prüfbericht eines unabhängigen

Prüfinstituts und lassen Sie ihn sich vorlegen. Nur ein solcher Bericht ist zuverlässig. Verlassen Sie sich nicht

alleine auf Zeichen auf der Verpackung oder in der Werbung. Sie sind leicht aufzudrucken.

Vor dem Kauf genau informieren

Auf dem Markt sind unterschiedlichste Ethanol-Kamine. Manche lassen sich nicht „abstellen“: Sie brennen in

jedem Fall so lange, bis das Ethanol verbraucht ist. So lange müssen Sie die Flamme überwachen. Andere

lassen sich löschen, indem die Luftzufuhr zur Flamme unterbrochen wird. Hier bleibt das restliche Ethanol im

Kamin. Auch das kann in seltenen Fällen beim nächsten Entzünden gefährlich werden: Es könnten sich

zündfähige Gasgemische in größeren Mengen bilden.

Tipp: Lassen Sie sich in jedem Fall den Kamin vorführen und Sicherheitshinweise geben. Achten Sie vor allem

auf die Brennwanne. Wichtig ist, dass die Flamme jederzeit sichtbar ist. Bei manchen Kaminen brennt im Innern

Watte weiter, auch wenn die Flamme von außen nicht mehr sichtbar ist.

Gefährlicher Brennstoff

Lassen Sie sich nicht täuschen: Zwar besteht Bio-Ethanol in der Regel zu zirka 95 Prozent aus pflanzlichen

Alkoholen. Es ist jedoch ein sogenanntes Vergällungsmittel zugesetzt. Bei Ethanol handelt es sich um einen

Brennstoff, der offen stehend bei Temperaturen über 21 Grad Celsius zusammen mit Luft ein leicht

entzündliches, sogar explosionsfähiges Gemisch bildet. Ethanol wird auch ganz gezielt als Brandbeschleuniger

eingesetzt. Läuft Ethanol zum Beispiel während des Befüllens aus und entzündet sich, brennt schnell der ganze

Raum lichterloh.

http://www.test.de/themen/haus-garten/meldung/-Ethanol-Kamin/1832217/1832217/